Wildtauben erkennen
Nicht jede Taube in der Stadt ist eine Stadttaube.
Ringeltauben und Türkentauben sind Wildvögel. Stadttauben dagegen stammen von domestizierten Haus- und Brieftauben ab und leben als verwilderte Haustiere in unseren Städten.
Einfach gesagt
Wildtauben wie Ringeltauben und Türkentauben sind frei lebende Wildvögel. Stadttauben sind verwilderte Haustauben. Beide gehören zur Familie der Tauben, aber ihre Herkunft, ihre Lebensweise und ihre Bedürfnisse unterscheiden sich deutlich.
Was sind Wildtauben?
Wildtauben sind frei lebende Wildvögel. Sie sind an ihre natürliche Lebensweise angepasst, suchen selbstständig Nahrung, bauen Nester und ziehen ihre Jungen ohne menschliche Hilfe groß.
In Deutschland und auch bei uns in Leverkusen gehören vor allem die Ringeltaube und die Türkentaube zu den häufig sichtbaren Wildtaubenarten.
Die Ringeltaube
Die Ringeltaube ist die größte heimische Taubenart. Man erkennt sie häufig an den weißen Flecken am Hals und den hellen Abzeichen auf den Flügeln.
Sie lebt in Wäldern, Parks, Gärten, Grünanlagen und auch in der Nähe von Wohngebieten. Ringeltauben sind Wildvögel und kommen normalerweise gut ohne direkte Hilfe durch den Menschen zurecht.
Die Türkentaube
Die Türkentaube ist kleiner und schlanker als die Ringeltaube. Typisch ist der dunkle Halbmond im Nacken.
Auch Türkentauben leben oft in der Nähe des Menschen, zum Beispiel in Gärten, Parks und Siedlungen. Trotzdem sind sie Wildtauben und nicht mit Stadttauben gleichzusetzen.
Der Unterschied zu Stadttauben
Stadttauben sind keine Wildtiere im klassischen Sinn. Sie stammen von domestizierten Haus- und Brieftauben ab und leben heute als verwilderte Haustiere in unseren Städten.
Wildtauben dagegen sind frei lebende Wildvögel. Sie sind in der Regel besser an ihre natürliche Umgebung angepasst und brauchen normalerweise keine dauerhafte Unterstützung durch den Menschen.
Deshalb ist es wichtig, Wildtauben und Stadttauben nicht in einen Topf zu werfen. Beide sind Tauben, aber ihre Herkunft, ihre Lebensweise und ihre Probleme sind unterschiedlich.
Warum brauchen Stadttauben mehr Unterstützung?
Stadttauben sind sehr ortstreu und bleiben meist in der Nähe ihres Schwarms, Schlafplatzes oder Brutplatzes. Gleichzeitig finden sie in der Stadt oft keine geeignete Nahrung.
Brot, Pommes oder andere Essensreste füllen zwar den Kropf, liefern aber nicht die Nährstoffe, die eine Taube braucht. Das kann zu Unterversorgung, Schwäche und Krankheiten führen.
Bei Stadttauben geht es deshalb nicht darum, Wildtiere vom Menschen abhängig zu machen. Es geht darum, Verantwortung für Tiere zu übernehmen, die durch den Menschen überhaupt erst in diese Situation gekommen sind.
Wichtig zu verstehen
Wildtauben kommen in der Regel ohne den Menschen zurecht. Stadttauben dagegen leben als verwilderte Haustiere in unseren Städten und tragen die Folgen einer langen Nutzung durch den Menschen. Deshalb brauchen sie eine andere Betrachtung.
Verletzte Wildtaube gefunden?
Eine verletzte oder offensichtlich hilfebedürftige Wildtaube sollte nicht einfach ihrem Schicksal überlassen werden. Auch Wildtiere können Hilfe brauchen, wenn sie verletzt, geschwächt oder in Gefahr sind.
Zuständig sind in solchen Fällen in der Regel Tierauffangstationen, Tierheime, vogelkundige Stellen oder – je nach Situation – auch der zuständige Jagdpächter.
Ziel ist immer eine fachgerechte Versorgung und, wenn möglich, die spätere Auswilderung.
Wie sollte vorgegangen werden?
Wird eine verletzte Wildtaube gefunden, kann es sinnvoll sein, das Tier vorsichtig zu sichern und vor weiteren Gefahren zu schützen.
Die konkrete Vorgehensweise hängt jedoch immer von der Situation ab. Eine ausführliche Anleitung zur richtigen Hilfe finden Sie auf der entsprechenden Seite.
Unsicher, welche Taube es ist?
Gerade bei Jungtieren oder verletzten Tieren ist die Unterscheidung manchmal nicht einfach. Eine junge Ringeltaube, eine Türkentaube oder eine Stadttaube können auf den ersten Blick verwechselt werden.
Wenn Sie unsicher sind, machen Sie nach Möglichkeit ein Foto aus sicherer Entfernung und fragen Sie bei einer fachkundigen Stelle nach. So kann besser eingeschätzt werden, welche Hilfe sinnvoll ist.